Das Konzept ist denkbar einfach: Wohin man blickt, dorthin fliegt man. Das haben selbst Videospiel-Neulinge auf Anhieb erfasst. Im Hand-, Verzeihung: Kopfumdrehen fliegt jeder an Schornsteinen vorbei, durch enge Gassen, umkurvt Notre Dame, rast den Eiffelturm hinauf oder Zentimeter über der Seine entlang.
Neigt man den Kopf zur Seite, dreht man zudem enge Kurven. So bleibt der Kopf stets nach vorne gerichtet – Eagle Flight ist vor allem für Solisten ein sehr angenehmer Ausflug in die Virtual Reality im Sitzen. Während man dabei ähnlich wie in Eve: Valkyrie nicht anhalten kann, verringert man die Geschwindigkeit durch Ziehen der linken Schultertaste und erhöht sie durch Halten der rechten.
Geistervögel
Das Spiel ist nicht nur für Einzelspieler gedacht. Allerdings findet man als solcher eine große Anzahl an Herausforderungen im Story-Modus. Der wird seinem Namen zwar nur eingeschränkt gerecht, wenn ein Erzähler hin und wieder beschreibt, wie man als Adler in dem wohl postapokalyptischen Paris Fische fängt oder sein Revier gegen
Geier verteidigt. Das Erfüllen der zahlreichen Herausforderungen nimmt allerdings einige Stunden in Anspruch und wer die Bestzeiten anderer Spieler schlagen will, verbringt schnell sehr viel Zeit in diesem Modus!
Zunächst gibt es ja nur wenige Aufgaben in der Nähe des Stadtzentrums, doch nach und nach erhält man weitere im gesamten Gebiet. Mal muss man durch eine Reihe von Ringen fliegen, wobei man einen Geschwindigkeitsschub erhält, falls man genau die Mitte erwischt. Mal durchquert man mit Hindernissen gespickte Ruinen oder Tunnel, in denen enge Abkürzungen schneller ans Ziel führen. Und mal muss man so schnell wie möglich feindliche Vögel vom Himmel holen – mit einem faktisch unsinnigen, spielerisch aber notwendigem Adlerschrei, der wie ein langsames Geschoss in die beim Abschuss gewählte Blickrichtung fliegt. In Abhängigkeit von der Zeit, die man zum Erledigen einer Aufgabe benötigt, erhält man bis zu drei Sterne und eine verschiedene Anzahl Sterne ermöglicht den Zugang zu weiteren, besonders anspruchsvollen Herausforderungen.
Ich war überrascht, wie lange ich mich mit diesen Herausforderungen beschäftigt habe! Dank der präzisen Steuerung und der Möglichkeit die „Geisteradler“ anderer Spieler anzuzeigen, hatte ich mich ratzfatz in den Ranglisten verbissen und nicht locker gelassen, bis ich zumindest in einigen an der Spitze stand.
Ohne eine spezielle Vorrichtung siehe oben wird das nicht so einfach.
Noch eine Frage:
Gibt es eine Möglichkeit, die Flug- und Blickrichtung von einander abzukoppeln?
Zumindest temporär durch einen gehaltenen Button/Trigger etc.?
Im Test steht geschrieben, dass die Flugrichtung immer durch die Blickrichtung gesteuert wird.
Wenn man keine "freie Sicht" haben kann, ohne dabei automatisch die Flugrichtung zu verändern, dann wäre das für mich ein klarer Nicht-Kaufgrund.
Warum?
Es ist doch einer der coolsten Eigenschaften beim Fliegen, wenn man sich umsehen kann, während man in eine bestimmte Richtung fliegt.
Nur so kann man doch die vorbeiziehenden Dinge genüsslich betrachten und auch mal nach hinten blicken.
Man verkörpert doch einen Vogel und kein scheiß Flugzeug...
Ich dachte, dass die Flugrichtung mittels Controller gesteuert wird und die VR letztendlich "nur" die freie Sicht vermittelt.
Das war auch meine ursprüngliche Frage, ob sich das Fliegen "echt" anfühlt.
Wäre geil, wenn Herr Schmädig sich kurz die Zeit nehmen würde, auf die vielen Fragen zu antworten
Ist wohl eine Kopfsache. Ein Kollege von mir kann ohne größere Probleme Renn-, Flug- und Mechasims in VR spielen, bei anderen Genres stellt sich jedoch schnell Motion Sickness ein. Anscheinend ist so lange alles in Ordnung, wie das jeweilige Spiel ihm vorgaukelt, in einem Cockpit zu sitzen, und nicht den eigenen Körper sondern ein Vehikel zu steuern. Sobald er im jeweiligen Spielszenario per pedes unterwegs ist, fängt es auch wieder an mit Kopfschmerzen und co.